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BRENNWEITENBEREICHE VON DIGITALKAMERAS

in Einfach bessere Fotos 23.04.2012 19:10
von hannes • 35 Beiträge

Auf Objektive ist immer ein Wert bzw. Wertebereich für die Blende in der Form F2,8 oder F2,8-5,6 angegeben. Diese Zahlenwerte variierren je nach Objektiv undgeben dessen Lichtstärke und maximale Blendenöffnung bei bestimmten Brennweiten an. Je kleiner die Werte sind, desto lichtstärker ist das Objektiv. Dies bedeutet, das Sie weniger Licht für korrekt belichtete Fotos benötigen. Die auf dem Objektiv eingravierte Blendenzahl errechnet sich aus dem Verhältnis von tatsächlicher Objektivöffnung zu seiner Brennweite. Der Öffnungsdurchmesser ist also bei eingestellter Blende 2,8 je nach Objektivbrennweite ein anderer. Ein Objektiv mit der Brennweite von 50mm und einem Öffnungsdurchmesser von 25mm etwa hätte eine maximale Blende von 2,0. An Digitalkameras mit im Vergleich zu einer analogen Kamera sehr viel kleineren Brennweiten ist die tatsächliche Blendenöffnung entsprechend kleiner, um auf den gleichen maximalen Blendenwert zu kommen. Hat das Objektiv einer Digitalkamera z.B. eine Brennweite von 8mm, genügt ein tatsächlicher Öffnungsdurchmesser von 4mm für Blende2.

BLENDE UND VERSCHLUSSZEIT MANUELL STEUERN

Wenn Sie kreativ und bewusst fotografieren möchten, sollten Sie ab und zu die Automatik ab und ein Belichtungsprogramm zur manuellen Steuerung von Blende und Verschlusszeit einstellen. Die Automatik führt zwar bei einer modernen Kamera zu guten Fotos. Über den Charakter von dokumentarischen Schnappschüssen werden Ihre Aufnahmen aber auf Dauer nicht hinauskommen. Vergleichen Sie einmal Ihre Bilder mit denen von Profis. Sie werden sehen, dass professionelle Porträts, Landschafts- oder Architekturfotos ganz anders wirken, denn die Profis setzen ganz bewusst Blende und Verschlusszeit ein. Hinzu kommen Faktoren wie Licht, Brennweite und Farbgestaltung.
Wie schon gesagt, die Blendenöffnung (ihr Durchmesser) wird vergrößert, je kleiner der Blendenwert ist. Blende 2,8 hat einen größeren Öffnungsdurchmesser als Blende 5,6 oder Blende 11. Wenn davon gesprochen wird, die Blende weiter zu öffnen oder zu vergrößern, bedeutet das also eine Veringerung des Blendenwerty. Eine Digitalkamera, an der sich die Blende manuell festlegen lässt, hat zwei Einstellungen: die manuelle Einstellung (M), bei der sowohl Blende als auch Verschlusszeit individuell gewählt werden, und die Zeitautomatik/A,Av), bei der nur die Blende manuell eingestellt und die Verschlusszeit von der Kamera automatisch berechnet wird.
Mit der bewussten Wahl einer Blende bestimmen Sie die Schärfentiefe eines Fotos.Grundsätzlich gilt: je kleiner die Blende(großer Blendenwert) is, desto größer wird die Schärfentiefe. Gerade in der Landschaftsfotografie soll die Schärfentiefe in der Regel maximal sein. Dazu müssen Sie kleine Brennweiten (Weitwinkel) und kleine Blenden (11, 16 oder höher) an Ihrer Kamera einstellen. Wenn Sie dann auf einen nah gelegnen Punkt scharf stellen, erhält das Foto die gewünschte Schärfentiefe. Durch die manuelle Festlegung auf einen Blendenwert wird neben der Schärfentiefe auch die Verschlusszeit beeinflusst. Blende und Verschlusszeit müssen aufeinander abgestimmt sein, um richtige Belichtung zu gewährleisten. Je kleiner also die Blende ist, desto länger ist die nötige Verschlusszeit. Möchten Sie z.B. die Bewegung fließenden Wassers mit einer langen Verschlusszeit darstellen, wählen Sie eine so kleine Blende (großer Blendenwert) aus, dass die Kamera (bei Zeitautomatik A bzw. Av) eine entsprechende lange Verschlusszeit von z.B. 1/2 oder 1 sek beisteuert. Für derartig lange Verschlusszeiten brauchen Sie natürlich ein Stativ.
Ein weiterer Motivbereich für den kreativen Einsatz der Blende sind Portäts. Meistens soll der Hintergrund dabei verschwommen oder unscharf gezeigt werden, damit er nicht vom Hauptmotiv ablenkt. Weil große Blendenöffnungen geringe Schärfentiefe verursachen, stellen Sie die Blende auf einen möglichst kleinen Wert von 2,8 oder noch weniger. Machen Sie dann ein paar Aufnahmen und kontrollieren Sie sie am Computermonitor, um die Schärfentiefe beurteilen zu können. Ist sie zu greing und das Gesicht z.B. nicht ausreichend scharf, stellen Sie eine etwas Blende (mit größerem Blendenwert) ein, wodurch die Schärfentiefe vergrößert wird.

IMMER EIN BLICK AUF DIE VERSCHLUSSZEIT

Der Verschluss ist dafür verantwortlich, das Zeitintervall zu steuern, in dem Licht durch Objektiv und Blende auf den Sensor fällt. Spiegelreflexkameras arbeiten in der Regel mit Schlitzverschlüssen, während Kompaktkameras mit Zentralverschlüssen ausgestattet werden.
Zentralverschüsse haben im Vergleich zu Schlitzverschlüssen einen etwas eingeschränkten Spielraum. Der Bereich zwisachen maximaler und minimaler Verschlusszeit ist nicht ganz so groß. Bei Spiegelreflexkameras sind Bereiche zwischen 1/4000 und 30 sek üblich. Hinzu kommt eine Einstellung, die es erlaubt, den Verschluss manuell auch über mehrere Minuten offen zu halten. Wird die Verschlusszeit um eine ganze Stufe erhöht ( z-B. von 1/125 sek auf 1/60 sek), gelangt doppelt so viel Licht durch das Objektiv auf den Sensor. Jede volle Verschlusszeit errechnet sich aus der Verdoppelung bzw. Halbierung der nächsten Stufe. Sie sollten die Verschlusszeit in zweierlei Hinsicht immer im Auge behalten: Erstens muss die Verschlusszeit so kurz sein, das Ihre Bilder nicht Verwackelungsunschärfe verdorben werden. Zweitens können Sie mit der Veränderung von Verschlusszeiten kreativ werden und z.B. Bewegungen verdeutlichen (lange Verschlusszeit) oder einfrieren(ultrakurze Verschlusszeit).
Um die Verschlusszeit manuell festzulegen, muss Ihre Kamera entweder über die Möglichkeit manueller Einstellung oder über die sogenannte Blendenautomatik (Programm T oder Tv) verfügen. Die Blendenautomatik hat den Vorteil, dass die Kamera dir für eine korrekte Belichtung notwendige Blende automatisch auswählt, wenn Sie manuell die Verschlusszeit eingestellt haben.

VERWACKLUNGSUNSCHÄRFEN VERMEIDEN

Zum Vermeiden von Verwacklungsunschärfen prägen Sie sich eine einfache Faustregel ein: Die maximale Verschlusszeit sollte immer dem Kehwert der ausgewählten Brennweite entsprechen. Fotografieren Sie mit einer Brennweite von 55mm (analog zum Kleinbildformat), sollte die Verschlusszeit bei maximal 1/50 oder noch besser bei 1/60 sek liegen. Dazu müssen Sie allerdings wissen, mit welcher Brennweite analog zur Kleinbildfotografie Sie arbeiten. Die Brennweiten einer digitalen Kompaktkamera sind viel kleiner als die entsprechenden Brennweiten in der Kleinbildfotografie. Sehen Sie in Ihrem Kamerahandbuch nach, welche Brennweiten Iher Kamera analog zur Kleinbildfotografie unterstützt. Die tatsächlichen Brennweiten werden bei den technischen Daten immer auch in Relation zur Kleinbildfotografie dargestellt.

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